KI-Tools17. Januar 202614 Min. Lesezeit

Claude AI Test 2026: Anthropics KI im ausführlichen Test

Claude ist die KI von Anthropic - gegründet von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern mit Fokus auf Sicherheit. Ich nutze Claude seit ein paar Monaten täglich und habe mit Claude Code ganze Systeme gebaut. Hier meine ehrliche Einschätzung zu einer der spannendsten ChatGPT-Alternativen.

Claude AI Test 2026 - Anthropics KI im ausführlichen Test

Übersicht

Hersteller:
Anthropic (San Francisco)
Aktuelles Modell:
Opus 4.6 (Februar 2026)
Kostenlos:
Ja, mit Limits
Pro:
~18 €/Monat
Max:
ab ~95 €/Monat
Plattformen:
Web, iOS, Android, macOS
Funktionen:
Text, Code, Dateien, Voice (Mobile)

Stand: Februar 2026. Offizielle Preise bei Anthropic

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Claude?

Claude ist ein KI-Chatbot von Anthropic. Das Unternehmen wurde 2021 von Dario und Daniela Amodei gegründet. Beide sind ehemalige OpenAI-Mitarbeiter, die dort an GPT-3 mitgearbeitet haben. Der Unterschied zu OpenAI: Anthropic setzt von Anfang an auf "Constitutional AI", einen Ansatz, der die KI sicherer und hilfreicher machen soll.

Die erste Claude-Version erschien im März 2023. Seitdem hat Anthropic mehrere Generationen veröffentlicht: Claude 2, Claude 3 (mit Opus, Sonnet und Haiku), Claude 3.5 und seit 2025 die Claude 4-Serie. Das aktuelle Flaggschiff ist Opus 4.6, veröffentlicht am 5. Februar 2026.

Was mich an Claude überzeugt: Die KI ist ehrlich, wenn sie etwas nicht weiß. Sie halluziniert weniger als andere Modelle und gibt zu, wenn eine Frage außerhalb ihres Wissens liegt. Für mich macht das den Unterschied bei ernsthafter Arbeit.

Claude Chat - ehrliche Antwort auf die Frage nach Stärken und Schwächen

Claude antwortet ehrlich - auch über eigene Schwächen

Die Claude-Modelle im Überblick

Anthropic bietet aktuell drei Modell-Klassen an, jede für unterschiedliche Anwendungsfälle optimiert.

Aktuelle Modelle (Stand Februar 2026)

Opus 4.6 (Flaggschiff)

Das leistungsstärkste Modell von Anthropic. Veröffentlicht am 5. Februar 2026.

  • → Eine Million Token Kontext, bis zu 128.000 Token Output
  • → Adaptive Thinking: passt die Denktiefe automatisch an die Aufgabe an
  • → Effort Controls: von low bis max einstellen, wie viel Rechenleistung Claude einsetzt
  • → Führend bei Terminal-Bench 2.0 (Coding) und Humanity's Last Exam (Wissen)
Sonnet 4.5 (Coding-König)

Laut Anthropic "das beste Coding-Modell der Welt". Optimiert für Programmierung, Agents und Computer Use. Meine erste Wahl für Entwicklung.

Haiku 4.5 (Schnell & Günstig)

Für einfache Aufgaben, schnelle Antworten und kosteneffiziente API-Nutzung. Beantwortet einfache Fragen fast so gut wie Sonnet, bei einem Bruchteil der Kosten.

Quelle: Anthropic

Meine Empfehlung: Für den Alltag reicht Sonnet 4.5 völlig aus - es ist schnell und stark bei Code. Opus 4.6 nutze ich für komplexe Projekte, wo ich maximale Qualität und das volle Kontextfenster brauche. Haiku ist perfekt für schnelle Fragen zwischendurch.

Was kann Claude?

Bis zu eine Million Token Kontext

Mit Opus 4.6 hat Anthropic das Kontextfenster auf eine Million Token erweitert. Das entspricht etwa 750.000 Wörtern oder mehreren Büchern gleichzeitig. Dazu kommt ein Output von bis zu 128.000 Token pro Antwort - Claude kann jetzt also auch deutlich längere Texte am Stück schreiben. Sonnet 4.5 und Haiku 4.5 arbeiten weiterhin mit 200.000 Token Kontext.

ChatGPT bietet mit GPT-5.2 400.000 Token - Claude übertrifft das jetzt deutlich. In meinem Alltag heißt das: komplette Codebases, dutzende Dokumente oder ganze Buchmanuskripte auf einmal hochladen und analysieren lassen. Laut Anthropic erreicht Opus 4.6 beim MRCR-v2-Benchmark 76 % Genauigkeit bei der Informationssuche in langen Dokumenten, Sonnet 4.5 kommt auf 18,5 %.

Claude Code - Der Coding-Agent

Claude Code ist der Grund, warum ich Opus 4.6 bevorzuge. Es ist ein Terminal-basierter KI-Agent, der direkt in deiner Entwicklungsumgebung arbeitet. Du beschreibst, was du bauen willst. Claude Code erstellt Dateien, schreibt Code, führt Tests aus und debuggt selbstständig.

Ich habe mit Claude Code komplette Systeme gebaut: Diese Website, Automatisierungen, APIs. Der Agent versteht den Kontext deines Projekts, liest bestehenden Code und erweitert ihn sinnvoll. In Claude Code kannst du zwischen Opus 4.6 und Sonnet 4.5 wählen, je nach Komplexität der Aufgabe.

Mit Opus 4.6 kamen zwei wichtige Neuerungen für Claude Code: Kontextkomprimierung fasst frühere Teile einer langen Session automatisch zusammen, damit du nicht mitten im Projekt den Kontext verlierst. Und Agent Teams (Research Preview) ermöglichen es, mehrere KI-Agenten gleichzeitig an verschiedenen Teilen eines Projekts arbeiten zu lassen - einer kümmert sich ums Frontend, ein anderer um die API. Mehr dazu im Claude Code Guide.

Claude Code im Terminal - der KI-Coding-Agent von Anthropic

Claude Code im Terminal: Der Agent liest, schreibt und testet Code selbstständig

Mein wichtigster Tipp für Claude Code

Nutze den Plan Mode. Bevor du ein größeres Projekt startest (neue Website, Feature oder Spiel), geh erst in den Plan Mode. Strukturiere deine Gedanken, lass Claude einen Plan erstellen, mach ein Hin und Her. Erst wenn der Plan steht, startest du die Implementierung.

Das spart massiv Zeit und verhindert, dass Claude in die falsche Richtung läuft.

Was mir auch auffällt: Claude antwortet viel kompakter als ChatGPT. Weniger Floskeln, mehr auf den Punkt. Das macht das Arbeiten angenehmer - ich muss nicht durch Textberge scrollen um die eigentliche Antwort zu finden.

Für Max User: Du kannst beliebig viele Terminals gleichzeitig öffnen und an verschiedenen Sachen arbeiten. Ich habe meistens 5 parallel offen - in einem Terminal das Design, im anderen die Backend-Logik. Solange die Projekte sich nicht überschneiden, funktioniert das problemlos.

Artifacts - Interaktives Arbeiten

Artifacts ist Claudes Antwort auf ChatGPTs Canvas. Du siehst Code, Dokumente oder Visualisierungen in einem separaten Fenster neben dem Chat. React- und HTML-Code wird live gerendert - du siehst sofort, was Claude gebaut hat. Für schnelle Prototypen und Visualisierungen ist das extrem praktisch. Mehr dazu im Claude Artifacts Guide.

Eine fertige Landingpage - responsive, klickbar, in Sekunden erstellt

Claude Cowork - Für Nicht-Programmierer

Neu seit Januar 2026: Claude Cowork bringt die Power von Claude Code zu Nicht-Entwicklern. Du gibst Claude Zugriff auf einen Ordner auf deinem Mac, und die KI kann Dateien lesen, bearbeiten und organisieren. Downloads aufräumen, Belege in Tabellen umwandeln, Notizen zu Präsentationen verarbeiten.

Update Januar 2026: Cowork ist jetzt auch für Pro-Subscriber (~18 €/Monat) verfügbar, nicht mehr nur für Max. Allerdings verbraucht Cowork mehr Tokens als normaler Chat. Bei intensiver Nutzung stößt du als Pro-User schneller an Limits.

Claude Cowork UI - Desktop-Screenshots organisieren mit KI

Claude Cowork: Die KI scannt deinen Desktop und schlägt vor, was aufgeräumt werden kann

Claude in Excel

Seit Januar 2026 auch für Pro-User: Claude in Excel. Das Add-in für Microsoft Excel erklärt Formeln, findet Fehler in Finanzmodellen und hilft beim Aufbau komplexer Tabellen. Alles direkt in der Seitenleiste, ohne zwischen Apps zu wechseln. Seit Februar 2026 gibt es außerdem Claude in PowerPoint als Research Preview - Präsentationen erstellen und überarbeiten direkt in der App.

Voice Mode

Claude hat Voice Mode, allerdings nur auf den Mobile Apps (iOS und Android). Du kannst mit Claude sprechen und bekommst gesprochene Antworten. Fünf Stimmen stehen zur Auswahl. Die Integration mit Google Workspace ermöglicht Zugriff auf Gmail, Calendar und Drive.

Einschränkung: Voice ist noch Beta und primär auf Englisch optimiert. Für deutsche Nutzer funktioniert es, aber nicht so flüssig wie ChatGPTs Advanced Voice. Wenn du viel diktieren willst, schau dir Wispr Flow an - das funktioniert mit jeder App.

Dateien analysieren

PDFs, Word-Dokumente, Code-Dateien, Bilder - Claude kann alles analysieren, was du hochlädst. Das große Kontextfenster macht den Unterschied: Du kannst mehrere Dokumente gleichzeitig hochladen und Claude nach Zusammenhängen fragen.

Claude Preise 2026

Anthropic rechnet in USD ab. Je nach Wechselkurs zahlst du in Euro etwas mehr oder weniger.

Preisübersicht

PlanPreisModelleHighlights
Free0 €Sonnet 4.5Begrenzte Nachrichten
Pro~18 €/MonatAlle Modelle5x mehr Nutzung, Opus + Cowork
Max~95 €/MonatAlle Modelle5x mehr als Pro, Priority
Max 20x~190 €/MonatAlle Modelle20x mehr als Pro, Priority

Stand: Februar 2026. Offizielle Preise bei Anthropic

Welcher Plan für wen?

  • Free: Zum Ausprobieren und für gelegentliche Nutzung. Die Limits können schnell nerven.
  • Pro: Für tägliche Nutzer. Opus-Zugang und höhere Limits machen den Unterschied.
  • Max: Für Entwickler und Power-User, die Claude Code intensiv nutzen. Cowork-Zugang inklusive.

Meine Empfehlung: Starte mit Free. Wenn die Limits nerven, ist Pro für 18 € ein guter Deal - vor allem für Opus-Zugang. Max lohnt sich nur, wenn du Claude Code täglich nutzt.

So nutze ich Claude täglich

Genug Theorie. Hier meine konkreten Anwendungsfälle nach über einem Jahr intensiver Nutzung.

Claude Code für alles

Claude Code ist mittlerweile mein wichtigstes Entwicklungswerkzeug. Ich habe damit komplette Systeme gebaut - diese Website, Content-Management-Workflows, Automatisierungen. Der Agent versteht den Kontext meiner Projekte und kann selbstständig Funktionen umsetzen, Tests schreiben und Bugs fixen.

Was mich überzeugt: Claude Code macht nicht einfach, was ich sage - es denkt mit. Wenn mein Ansatz Probleme hat, weist es mich darauf hin. Wenn es bessere Lösungen gibt, schlägt es sie vor. Das macht den Unterschied zu Tools, die nur Befehle ausführen.

Warum Opus 4.6?

Ich nutze sowohl ChatGPT als auch Claude, aber für ernsthafte Arbeit bevorzuge ich Opus 4.6. Der Unterschied: Claude ist ehrlicher. Wenn es etwas nicht weiß, sagt es das. ChatGPT neigt dazu, selbstbewusst Unsinn zu erzählen.

Bei komplexen Coding-Projekten merke ich den Unterschied deutlich. Opus 4.6 behält den Überblick über größere Codebases und macht weniger Fehler bei mehrstufigen Aufgaben. Laut Anthropic übertrifft es GPT-5.2 um rund 144 Elo-Punkte beim GDPval-AA-Benchmark und führt bei Terminal-Bench 2.0 für agentenbasiertes Coding. Für schnelle Fragen oder Brainstorming nutze ich auch ChatGPT - aber wenn es drauf ankommt, ist Claude meine erste Wahl. Übrigens: Wer das Maximum aus jeder KI rausholen will, sollte sich mit Prompting-Techniken beschäftigen.

Lange Dokumente analysieren

Das große Kontextfenster nutze ich regelmäßig: Verträge prüfen, Dokumentationen zusammenfassen, mehrere Quellen vergleichen. Ich lade alles auf einmal hoch und stelle Fragen. Claude zieht Verbindungen und findet Details, die mir bei normalem Lesen entgehen würden.

Claude vs ChatGPT

Die häufigste Frage: Welche KI ist besser? Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an.

Stärken im Vergleich

BereichClaudeChatGPT
Coding & große Projekte✓ StärkerGut
Kontextfenster1M Token (Opus 4.6)400k Token (GPT-5.2)
BildgenerierungKeineDALL-E integriert
Voice ModeMobile only, BetaAdvanced Voice
Web-SucheIntegriertIntegriert
Ehrlichkeit/HalluzinationenWeniger HalluzinationenMehr Selbstvertrauen

Kurzfassung: Claude für Coding und große Projekte, ChatGPT für Vielseitigkeit und Multimodal. Ausführliche Vergleiche: ChatGPT vs Claude, Claude vs Gemini und Perplexity vs ChatGPT

Was Claude noch fehlt

Keine Bildgenerierung

Claude kann Bilder analysieren, aber keine erstellen. Kein DALL-E, kein Midjourney-Ersatz. Wenn du Bilder brauchst, musst du auf ChatGPT, Gemini oder separate Tools ausweichen.

Voice Mode eingeschränkt

Es gibt Voice Mode, aber nur auf Mobile und noch Beta. Für Deutsch funktioniert es, ist aber nicht so ausgereift wie ChatGPTs Advanced Voice. Desktop-Voice fehlt komplett.

Free-Limits sind streng

Die kostenlose Version gibt dir Zugang zu Sonnet 4.5, aber die Nachrichtenlimits sind streng: Bei aktiver Nutzung sind die täglichen Nachrichten oft nach 10-15 Konversationen aufgebraucht. Opus 4.6 ist im Free-Tier nicht verfügbar. Für ernsthafte Arbeit führt kein Weg an Pro vorbei.

Fazit

Aktuell nutze ich Claude für eigentlich alles. Claude Code mit Opus 4.6 ist mein primäres Entwicklungstool - ich habe damit komplette Systeme gebaut, Workflows automatisiert, diese Website erstellt. Die Kombination aus Plan Mode, Agent Teams, kompakten Antworten und dem tiefen Projektverständnis macht den Unterschied.

Wenn ich andere Tools einbinden will, nutze ich APIs: Für Bildgenerierung die ChatGPT API oder Nano Banana, für Recherche Perplexity per API. ChatGPT nutze ich auch noch separat - aber primär ist Claude mein Werkzeug der Wahl.

Was mich überzeugt: Claude ist ehrlich, antwortet auf den Punkt und halluziniert weniger. Bei großen Projekten behält es den Überblick - mit dem neuen Kontextfenster von einer Million Token erst recht. Und Claude Code mit dem Plan Mode hat die Art verändert, wie ich Software entwickle.

Für wen lohnt sich Claude?

  • Entwickler: Claude Code ist einer der besten KI-Coding-Agents, mit Plan Mode für strukturiertes Arbeiten
  • Lange Dokumente: Bis zu eine Million Token Kontext für Bücher, Verträge, Codebases
  • Power-User: Wer kompakte Antworten und ehrliche KI will
  • Nicht geeignet: Wenn du native Bildgenerierung oder Voice-First brauchst

Geeignet für

  • +Coding-Projekte und Software-Entwicklung (Claude Code, Plan Mode)
  • +Analyse langer Dokumente (Verträge, Studien, Codebases bis zu eine Million Token)
  • +Strukturierte Textarbeit (kompakte Antworten, wenig Floskeln)
  • +Wer eine ehrliche KI will (weniger Halluzinationen, gibt Wissenslücken zu)

Weniger geeignet für

  • -Native Bildgenerierung (keine integrierte Bilderstellung)
  • -Voice-First Workflows (Voice nur auf Mobile, Beta)
  • -Gelegentliche Nutzung mit engem Budget (Free-Limits sind streng)
  • -Wer ein Allround-Tool mit Plugins/GPTs sucht

Häufige Fragen

Ist Claude kostenlos?

Ja, es gibt eine kostenlose Version mit Zugang zu Sonnet 4.5. Die Nachrichtenlimits sind aber streng. Für regelmäßige Nutzung lohnt sich Pro (~18 €/Monat).

Ist Claude auf Deutsch?

Ja, Claude versteht und spricht Deutsch sehr gut. Die Qualität ist vergleichbar mit ChatGPT. Die Interface-Sprache ist Englisch, aber du kannst auf Deutsch chatten.

Wer steckt hinter Claude?

Anthropic, gegründet 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern. Das Unternehmen hat über 6 Milliarden USD Finanzierung von Amazon und Google erhalten. Hauptsitz ist San Francisco.

Claude vs ChatGPT - was ist besser?

Kommt auf den Anwendungsfall an. Claude ist stärker bei Coding und großen Projekten. ChatGPT ist vielseitiger mit Bildgenerierung und Voice. Beide haben Web-Suche. Für Entwickler empfehle ich Claude, für Allround-Nutzung ChatGPT. Mehr dazu im Vergleich ChatGPT vs. Claude.

Über den Autor

Laurence Zgonjanin
Laurence Zgonjanin

Testet und erklärt KI-Tools, damit du sie sofort einsetzen kannst. Begeistert sich für Web Development und KI-Automatisierungen.

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