News14. Januar 20265 Min. Lesezeit

Claude Cowork: Anthropic bringt KI-Agenten für alle

Anthropic hat Claude Cowork veröffentlicht – eine vereinfachte Version von Claude Code, die sich an Nicht-Programmierer richtet. Die KI arbeitet direkt mit deinen Dateien.

Claude Cowork: Anthropic bringt KI-Agenten für alle - Infografik

Das Wichtigste in Kürze

  • Release: 12. Januar 2026 als Research Preview
  • Was: Claude Code für Nicht-Programmierer – arbeitet mit lokalen Dateien
  • Verfügbarkeit: Nur Max-Abonnenten ($100-200/Monat), nur macOS
  • Use Cases: Dateien organisieren, Reports erstellen, Fotos sortieren

Was ist Claude Cowork?

Claude Cowork ist Anthropics neues Tool für Menschen, die keine Programmierer sind. Die offizielle Beschreibung: "Claude Code für den Rest deiner Arbeit". Statt im Terminal zu arbeiten, nutzt Cowork eine grafische Oberfläche in der Claude Desktop App.

Das Prinzip ist simpel: Du wählst einen Ordner auf deinem Mac aus, den Claude lesen und bearbeiten darf. Dann beschreibst du, was du machen willst. Claude analysiert die Dateien, plant die Aufgabe und führt sie selbstständig aus – mit regelmäßigen Fortschritts-Updates.

Technisch basiert Cowork auf dem Claude Agent SDK und läuft in einer geschützten Umgebung. Das bedeutet: Die KI kann nur auf die Ordner zugreifen, die du explizit freigibst – nicht auf den Rest deines Macs.

Der Hintergrund: Claude Code für Entwickler

Um Cowork zu verstehen, hilft ein Blick auf den Vorgänger: Claude Code. Anthropic hat das Tool im November 2024 für Entwickler veröffentlicht. Es läuft direkt im Terminal und kann Code schreiben, Dateien erstellen, Tests ausführen und Git-Commits machen.

Claude Code wurde schnell zu einem der populärsten Anthropic-Produkte. Das liegt daran, dass es nicht nur antwortet, sondern tatsächlich handelt. Statt Code-Snippets zu liefern, die man manuell kopieren muss, setzt Claude die Änderungen direkt um.

Claude Code Timeline

  • November 2024: Claude Code Launch für Entwickler
  • Oktober 2025: Web-Interface für Browser-Nutzung
  • Dezember 2025: Slack-Integration
  • Januar 2026: Cowork für Nicht-Programmierer

Boris Cherny, der Creator und Head of Claude Code bei Anthropic, erklärt die Entwicklung so: Menschen haben Claude Code längst für nicht-technische Aufgaben genutzt – Urlaubsplanung, Präsentationen erstellen, E-Mails aufräumen. Cowork macht diese Anwendungsfälle jetzt offiziell zugänglich.

Diese Aufgaben übernimmt Cowork für dich

Anthropic nennt mehrere konkrete Beispiele für den Einsatz von Cowork:

Offizielle Use Cases

  • Ausgabenbericht aus Kassenbons: Du gibst Cowork Zugriff auf einen Ordner mit Fotos von Rechnungen. Die KI extrahiert die Daten und erstellt eine Tabelle.
  • Downloads aufräumen: Cowork analysiert den Inhalt deiner Dateien und benennt sie sinnvoll um – nicht nach Dateinamen, sondern nach dem tatsächlichen Inhalt.
  • Report aus Notizen: Du hast verstreute Notizen zu einem Thema? Cowork erstellt daraus einen ersten Entwurf.
  • Mediendateien verwalten: Fotos sortieren, Videos kategorisieren, Metadaten analysieren.

Der Workflow ist dabei immer gleich: Du wählst einen Ordner, beschreibst die Aufgabe, und Cowork arbeitet selbstständig. Anders als bei einem normalen Chat wartet die KI nicht auf weitere Eingaben, sondern führt die Schritte automatisch durch.

Cowork vs. Claude Code: Der Unterschied

Technisch sind Cowork und Claude Code fast identisch. Beide basieren auf derselben Agent-Technologie und können dieselben Aufgaben ausführen. Der Unterschied liegt in der Verpackung:

Claude CodeCowork
ZielgruppeEntwicklerAlle
InterfaceTerminalDesktop App
Sandbox-SetupManuellAutomatisch
FokusCode & EntwicklungDateien & Dokumente
VerfügbarkeitAlle PlattformenNur macOS

Kurz gesagt: Cowork ist Claude Code mit einer einfacheren Oberfläche – ähnlich wie Claude Artifacts das Erstellen von Inhalten vereinfacht hat. Die Technik dahinter ist identisch – nur die Verpackung ist zugänglicher.

Verfügbarkeit und Preis

Cowork ist seit dem 12. Januar 2026 als Research Preview verfügbar. Das bedeutet: Das Tool ist noch nicht final und Anthropic sammelt Feedback.

Voraussetzungen

  • Abo: Claude Max erforderlich (etwa $100 oder $200 pro Monat, zzgl. Steuern)
  • Plattform: macOS – Windows ist angekündigt
  • App: Claude Desktop (aktuelle Version)

*Stand: Januar 2026. Preise können sich ändern. Aktuelle Infos auf der offiziellen Pricing-Seite.

Für Nutzer ohne Max-Abo gibt es aktuell nur eine Warteliste. Anthropic plant, die Verfügbarkeit schrittweise zu erweitern – inklusive Cross-Device-Sync und Windows-Unterstützung.

Sicherheitshinweise von Anthropic

Anthropic warnt explizit vor möglichen Risiken. Weil Cowork selbstständig handelt und nicht auf Bestätigung wartet, können bei unklaren Anweisungen Probleme entstehen.

Offizielle Warnungen

  • Prompt Injection: Inhalte aus dem Internet könnten die KI manipulieren
  • Gelöschte Dateien: Bei vagen Anweisungen kann Claude Dateien unbeabsichtigt löschen
  • Sensible Daten: Keine Ordner mit Finanzdokumenten oder Passwörtern freigeben

Die Empfehlung von Anthropic: Anweisungen so klar und unmissverständlich wie möglich formulieren. Je präziser du sagst, was du willst, desto besser das Ergebnis – unser Prompting Guide hilft dabei.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Anthropic hat weitere Features angekündigt: Eine Windows-Version und Cross-Device-Sync stehen auf der Roadmap. Das Tempo hängt davon ab, was die Research Preview zeigt.

Die Konkurrenz schläft nicht. OpenAI hat bereits im August 2025 den "ChatGPT Agent" angekündigt, und Google arbeitet an ähnlichen Funktionen für Gemini. Der Markt für KI-Agenten, die lokal mit Dateien arbeiten, wird 2026 deutlich wachsen.

Für Nicht-Programmierer ist Cowork ein interessanter Einstieg in die Welt der KI-Agenten. Wer bereits mit Claude Code arbeitet, bekommt keine neuen Funktionen – aber eine einfachere Oberfläche für bestimmte Aufgaben.

Über den Autor

Laurence Zgonjanin
Laurence Zgonjanin

Testet und erklärt KI-Tools, damit du sie sofort einsetzen kannst. Begeistert sich für Web Development und KI-Automatisierungen.

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