Clawdbot: Open-Source KI-Assistent steuert deinen Rechner per WhatsApp
Ein Open-Source-Projekt macht gerade Wellen: Clawdbot verbindet KI-Modelle wie Claude oder ChatGPT mit Messenger-Apps und erledigt Aufgaben auf deinem Rechner. Der Agent läuft lokal, merkt sich deine Vorlieben und wird mit der Zeit immer nützlicher.

Das Wichtigste in Kürze
- →Was: Lokaler KI-Assistent, der Aufgaben auf deinem Rechner autonom erledigt
- →Steuerung: Über WhatsApp, Telegram, Discord, Slack, Signal oder iMessage
- →KI-Modelle: Claude, ChatGPT oder lokale Open-Source-Modelle
- →Preis: Kostenlos (Open Source), nur die KI-API kostet
- →Entwickler: Peter Steinberger, über 57.000 GitHub-Sterne
Was ist Clawdbot?
Clawdbot ist ein persönlicher KI-Assistent, der auf deinem eigenen Rechner läuft. Das Besondere: Du steuerst ihn nicht über eine eigene App, sondern über Messenger, die du sowieso nutzt. WhatsApp, Telegram, Discord, Slack oder Signal.
Im Hintergrund verbindet Clawdbot ein LLM deiner Wahl mit deinem Computer. Du kannst Claude, ChatGPT oder lokale Open-Source-Modelle nutzen. Das Projekt stammt vom österreichischen Entwickler Peter Steinberger, ist komplett quelloffen und läuft auf Mac, Windows und Linux.
Was kann Clawdbot?
Clawdbot ist kein Chatbot, der nur Fragen beantwortet. Es ist ein autonomer KI-Agent, der selbstständig Aufgaben auf deinem Rechner erledigt. Du schickst eine Nachricht, Clawdbot handelt.
- →E-Mail und Kalender: Posteingang zusammenfassen, E-Mails beantworten, Termine eintragen. Per Chat-Nachricht an den Bot.
- →Browser steuern: Formulare ausfüllen, Webseiten durchsuchen, Daten extrahieren. Clawdbot kontrolliert einen eigenen Chrome-Browser.
- →Dateien und System: Dateien lesen, schreiben, Shell-Befehle ausführen. Voller Zugriff auf dein Betriebssystem.
- →Proaktiv handeln: Clawdbot kann auch von sich aus aktiv werden, etwa morgens ein Briefing über anstehende Termine schicken.
Dazu kommen über 50 Integrationen und ein Skill-System, über das die Community neue Fähigkeiten teilen kann. In der Praxis heißt das: Du schickst eine WhatsApp-Nachricht wie "Check meine E-Mails und fasse die wichtigsten zusammen" und Clawdbot erledigt das im Hintergrund.
Das Gedächtnis: Warum Clawdbot besser wird, je länger du es nutzt
Das vielleicht spannendste Feature ist das persistente Gedächtnis. Clawdbot merkt sich deine Vorlieben, deinen Kontext und deine Arbeitsweise über Sitzungen hinweg. Nicht nur innerhalb eines Chats, sondern dauerhaft.
Wer ChatGPT oder Claude nutzt, kennt die eingebauten Memory-Funktionen. Beide Dienste merken sich inzwischen Dinge über Konversationen hinweg. Aber diese Gedächtnisse sind noch rudimentär: ein paar gespeicherte Fakten, keine echte Lernkurve.
Clawdbot geht einen anderen Weg. Der Agent lernt mit der Zeit, wie du Dinge formulierst, welche Tools du bevorzugst, wie dein Arbeitstag aussieht. Das ist der Unterschied zwischen einem Chat-Tool und einem persönlichen Assistenten.
Die Sicherheitsrisiken
So faszinierend die Möglichkeiten sind: Clawdbot hat vollen Zugriff auf deinen Rechner. Für den Datenschutz ist das zweischneidig: Daten bleiben zwar lokal, aber der Agent kann eben auch alles lesen und ausführen.
Sicherheitsbedenken
- Voller Systemzugriff: Clawdbot kann Dateien lesen, schreiben und Befehle ausführen. Ein falscher Prompt kann Schaden anrichten.
- Messenger als Einfallstor: Wer Zugang zu deinem Messenger-Konto hat, könnte Befehle an den Agenten senden.
- Prompt Injection: Manipulierte Inhalte in E-Mails oder Webseiten könnten den Agenten dazu bringen, ungewollte Aktionen auszuführen.
- API-Schlüssel lokal: Deine KI-API-Keys liegen auf dem Rechner. Bei einem kompromittierten System sind sie exponiert.
Berichte zeigen, dass einige Nutzer ihre Clawdbot-Instanzen auf Servern betrieben haben, ohne sie ausreichend abzusichern. Offene Chat-Verläufe und Passwörter waren die Folge. Wer Clawdbot nutzt, sollte wissen, was er tut.
Warum das für die Zukunft spannend ist
Clawdbot zeigt, wohin sich KI-Assistenten entwickeln könnten. Weg vom Chat-Fenster im Browser, hin zu einem Agenten, der im Hintergrund arbeitet und über die Kanäle erreichbar ist, die du ohnehin nutzt.
Was sich daraus ergeben könnte
- →Autonome Agenten statt Chat: Statt Fragen zu beantworten, erledigt die KI eigenständig Aufgaben. Du gibst das Ziel vor, der Agent findet den Weg.
- →KI mit Gedächtnis: Ein Assistent, der dich kennt und über Wochen und Monate dazulernt. Das verändert die Art, wie wir mit KI interagieren.
- →Messenger als Interface: Warum eine neue App lernen, wenn WhatsApp oder Telegram reichen? Die KI kommt dorthin, wo du bist.
- →Open Source als Alternative: Projekte wie Clawdbot zeigen, dass KI-Assistenten nicht an ein Unternehmen gebunden sein müssen. Deine Daten, dein Modell, deine Regeln.
Mit über 57.000 GitHub-Sternen hat Clawdbot bereits eine große Community. Das Projekt zeigt einen möglichen Weg für die nächste Generation von KI-Assistenten: lokal, autonom und flexibel erweiterbar.
Fazit
Clawdbot ist eines der interessantesten Open-Source-Projekte im KI-Bereich gerade. Die Kombination aus Messenger-Steuerung, autonomem Handeln und persistentem Gedächtnis zeigt, wie persönliche KI-Assistenten in Zukunft funktionieren könnten.
Die Sicherheitsrisiken sind real. Voller Systemzugriff per Chat-Nachricht ist nichts für jeden. Aber für technisch versierte Nutzer, die ihre KI-Workflows automatisieren wollen, lohnt sich ein Blick.
Wer sich für KI-Agenten und Automatisierung interessiert, sollte Clawdbot im Auge behalten.
Links: clawd.bot | GitHub Repository
Häufige Fragen
Ist Clawdbot kostenlos?
Ja, Clawdbot selbst ist kostenlos und Open Source. Du brauchst aber ein KI-Modell dahinter. Entweder eine kostenpflichtige API von Anthropic oder OpenAI, oder ein lokales Open-Source-Modell.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Grundlegende Terminal-Kenntnisse sind nötig. Die Installation läuft über npm und die Konfiguration über JSON-Dateien. Für Nicht-Entwickler ist das aktuell zu technisch.
Sind meine Daten sicher?
Clawdbot läuft lokal, deine Daten verlassen deinen Rechner nicht. Ausnahme: API-Anfragen an das KI-Modell. Allerdings hat der Agent vollen Systemzugriff, was bei Fehlkonfiguration ein Risiko darstellt.
Was ist der Unterschied zu ChatGPT oder Claude?
ChatGPT und Claude sind Cloud-Dienste mit eigener Oberfläche. Clawdbot nutzt diese Modelle im Hintergrund, gibt dir aber die Kontrolle: Du steuerst alles über Messenger-Apps, der Agent kann auf deinem Rechner Aufgaben ausführen und merkt sich dauerhaft deinen Kontext.
Über den Autor

Testet und erklärt KI-Tools, damit du sie sofort einsetzen kannst. Begeistert sich für Web Development und KI-Automatisierungen.
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